Mestre Bimba

Manoel dos Reis Machado (alias Mestre Bimba) wurde am 23. November 1900 in der Nähe von Salvador da Bahia, Brasilien, geboren. Von Geburt an wurde er "Bimba" genannt und behielt diesen Spitznamen sein Leben lang. Mit 12 Jahren erlernte er die Capoeira beim Afrikaner Bentinho. Zu dieser Zeit war die Capoeira noch verboten und wurde von der Obrigkeit verfolgt und ihre Ausübung bestraft.

Bimba begann die schon fast vergessenen Bewegungen der Capoeira Antiga (der "alten" Capoeira) mit denen der Batugue zu kombinieren. Batugue war die damals übliche Kampfkunst, in welcher sein Vater Meister war.

Er integrierte fremde Elemente in die traditionellen Capoeira-Bewegungen und kreierte das Capoeira Regional, einen nationalen Kampf- und Selbstverteidigungssport mit technischen Qualitätsmassstäben und Trainingssequenzen. Bimba gründete 1932 seine Akademie auf dem Pelourinho in Salvador, die dann 1936 auch von der Regierung anerkannt und in das Amt für Kultur, Gesundheit und Schulwesen als Sportschule eingetragen wurde.

Obwohl er von General Jaracy Magalhaes die Erlaubnis erhielt, Capoeira öffentlich als Tanz und Folklore Brasiliens aufzuführen, bekam seine Arbeit Zeit seines Lebens nie genügend Aufmerksamkeit. Am 15. Februar 1974 starb er in Goiania sehr einsam und desillusioniert. Es heisst, dass ganz Brasilien 7 Tage lang trauerte und während dieser Zeit niemand Capoeira praktizierte.

Es gab zu Bimbas Zeiten auch andere gute Capoeiristas, aber keiner hatte das technische Vermögen und das Lehrvermögen und vor allem nicht das Charisma wie Mestre Bimba.